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Nachbericht Heidelberger Unternehmertag 2008

„Potenzialdiagnose von Mitarbeitern.“

Unter dem Motto: „Erkennen Sie schon heute, was PETER im PRINZIP morgen kann!“ stand unser dritter Unternehmertag, zu dem wir am 4. November 2008 ins Prinz-Carl-Palais in Heidelberg eingeladen hatten. Nach unseren erfolgreichen Veranstaltungen der letzten beiden Jahre zu den Themen „Mitarbeiterbindung“ und „Prozessoptimierung im Mittelstand“, standen nun Fragen rund um das Thema „Potenzialerkennung von Mitarbeitern“ im Mittelpunkt. Über 60 Gäste aus der Geschäftsführung und Personalabteilung diverser regionaler Unternehmen wurden von unserem O&P Vorstand Dr. Stephan Fischer im festlichen Ambiente des Spiegelsaals begrüßt bevor Thomas Frey die beiden Themen-Vorträge einführte. Zunächst gab Herr Anatol Siegel, als Ressortleiter Personal der Firma Bertrandt AG in Ehningen, Einblicke in „Die Gestaltung einheitlicher Prozesse zur Potenzialerkennung und –förderung in dezentralen Organisationen“. Der stark wachsende Automobilzulieferer identifiziert bereits seit 2001 durch das Instrument der Potenzialanalyse gute Mitarbeiter, insbesondere aus dem schnell wachsenden und begehrten Ingenieurs-Arbeitsmarkt. Das 2007 an die erhöhten Führungsansprüche angepasste Konzept bietet für Bertrandt-Mitarbeiter einen zusätzlichen neutralen Blick auf die Führungseignung und auf Entwicklungsbedarfe. Der hohe Aufwand des Verfahrens wird durch eine hohe Passung der Führungskräfte an die Anforderungen gerechtfertigt. Den zweiten Vortrag gestaltete Konrad Meier, Leiter des Geschäftsbereichs IT Outsourcing bei der TDS AG Neckarsulm. Bei dem IT-Dienstleister liegt „Die Bedeutung der Potenzialerkennung in der Führungskräfteauswahl und –entwicklung“ vor allem darin, Investitionen für die Besetzung von Führungspositionen abzusichern. Zudem bieten Potenzialanalyse sowie Werte- und Motiveanalyse eine erhöhte Verbreitung des „Feedback-Kultur-Virus“, eine bessere „Trefferquote“ sowie die Optimierung von Entwicklungs-Maßnahmen. Die Praxisrelevanz der Vorträge spiegelte sich in den im Anschluss gestellten zahlreichen Fragen aus dem Publikum wider. Nach der Pause wurde die lebhafte und teils kontroverse Podiumsdiskussion von Daniel Röder-Pesch vom Mannheimer Radiosender Radio Regenbogen auf gewohnt professionelle Art moderiert. Auf dem Podium saßen neben den Rednern Herr Siegel und Herr Meier Professor Dr. Walter Bungard, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Organisationspsychologie an der Universität Mannheim, der mit seiner kritischen Haltung gegenüber den Instrumenten der Potenzialanalyse die Diskussion immer wieder bereicherte. Seiner Ansicht nach könnten Führungskräfte die Leistung ihrer Mitarbeiter am besten beurteilen, so dass es keiner externen Expertise bedarf. Dem stellte Dr. Stephan Fischer von O&P Consult entgegen, dass die Potenzialanalyse eine bereichernde externe Sicht sowie Anstoß für neue Reflexionen biete und eine Professionalisierung von Linienführungskräften unterstütze.

Klaus Jäger vertrat als Leiter des Gesamt-Personalbereichs bei der R. Stahl Unternehmensgruppe in Waldenburg den Standpunkt, dass die pure Alltags-Beobachtung für das vollständige Erkennen einer Persönlichkeit nicht ausreiche und Instrumente der Potenzialanalyse versteckte Aspekte zum Vorschein bringen könnten. Auch das Firmenmotto „Aufstieg statt Einstieg“ unterstreicht die Gewichtigkeit von Potenzialerkennung für den Bereich der Personalentwicklung. Als Vertreter eines ganz anderen Bereichs nahm Herr Christoph Steinbach, Laufbahnberater und einer der Geschäftsführer des Olympiastützpunkts Rhein-Neckar, an der Diskussion teil. Er erörterte, dass auch Top-Sportler-Persönlichkeiten erkannt und gefördert werden müssen vor allem auch darin, Motivation für „top-performance in time“ zu erbringen. Erleichternd sei hierbei, dass schon sehr früh in der Kindheit gefördert werden könne. In seiner Abschlussfrage an die Teilnehmer fokussierte Daniel Röder-Pesch die Herausforderungen der Zukunft. Für Dr. Stephan Fischer bedeutete vor allem der demographische Wandel die Notwendigkeit einer Anpassung der Potenzialanalysen auf verschiedene Lebensabschnitte. Der Krieg um Experten ist für Professor Bungard in Zukunft absehbar, gekoppelt mit der sinkenden Loyalität der Mitarbeiter und der Frage, wie die Leistungsbereitschaft der Führungskräfte gehalten werden kann. Kritische Themen der Zukunft sind für Klaus Jäger der Fachkräftemangel, das Thema Demographie, das die Notwendigkeit eines Gesundheitsmanagements mit sich bringe, sowie die Verlagerung der Produktionsstätten ins Ausland aufgrund von Kostendruck. Die beiden Redner Anatol Siegel und Konrad Meier sahen beide als Herausforderung, die kulturelle Identität des Unternehmens klarer zu transportieren und den kulturellen Fit der Mitarbeiter stärker zu berücksichtigen. Für Christoph Steinbach ist im Bereich Leistungssport das dringendste Thema die schrumpfenden Talentpools, was in seinen Augen strukturiertere Prozesse erforderlich macht. Vielleicht könnten auch im Bereich Sport Potenzialanalysen in Zukunft hilfreiche Maßnahmen darstellen.

Im Anschluss nutzten viele Anwesende beim Buffet die Gelegenheit mit den Podiumsteilnehmern und den Gastgebern von O&P Consult die anregende Diskussion fortzuführen und viele Rückmeldungen bestätigten wieder einmal unseren Eindruck einer gelungenen, bereichernden Veranstaltung.
© O&P Consult AG 2008